"Neue Männer brauchte das Land" 

Ina Deter. 1983

Warum Beratung für Männer, warum Psyschokram?

 

Männlichkeit ist keine simple biologische Tatsache. Sie ist eine soziale Konstruktion, eine über das Geschlecht vermittelte Rollenerwartung. Das bedeutet, dass die Rollenträger, sprich die Männer, fremden und eigenen Erwartungen genügen müssen und wollen. Es geht schließlich um nichts weniger als Identität. 

Aber womit sollen sich Männer identifizieren ? Welchen Erwartungen und Selbstansprüchen können sie gerecht werden? ...Und sich dabei gut und integer fühlen? Das ist überhaupt nicht einfach zu beantworten. Denn wer sich nicht einfach reaktionär in traditionelle Männlichkeit flüchten will, muss sich irgendwie in Neuland wagen und Verunsicherung in Kauf nehmen.  

 

Und da ist er auch schon, der erste Rollenkonflikt:

Männer und Verunsicherung: Geht nur schwer bis gar nicht.

Die ex negativo Liste ist lang:

Männer und Verletzlichkeit, Männer und Emotionalität. Männer und Unterwerfung, Männer und Nähe,  u.s.w. 

Ganz on top: Männer und Hilflosigkeit

 

Es geht immer und andauernd um Härte -  gegen sich und andere - und das ist nicht zufällig so. 

 

Wer sich aber auf den Weg macht und Wagemut zeigt, sollte belohnt werden: mit Anerkennung, neuer Sicherheit, (moralischer) Integrität, Wohlsein und der Euphorie des Erneuerers.

Das ist vor dem Hintergrund reiner "so nicht und so auch nicht" Logiken, wie sie progressiven Männern begegnen, schwer zu erreichen und löst Frustration und Resignation aus. Es fehlt schlichtweg an positiven Definitionen, wie denn  "Mann" sein kann.

Krisen und Schwierigkeiten, die alle möglichen Phänomene hervorbringen, vor allem in der Paar- und Elterngestaltung, sind ja bekanntlich immer eine Chance. 

Ich lade Sie, ich lade Euch, liebe Mitmänner, ein, sich auf neue Wege mit mir zu machen und über das Leiden zu sprechen ... und über die Freude, ein neuer, anderer Mann zu sein. 

1983 sang Ina Deter oben zitiertes Lied und viele von uns sind immer noch toxisch, destruktiv (mind. gegen sich selbst), gewalttätig und expansiv, allen voran mächtige, weiße Männer. Männlichkeit ist eben auch zutiefst politisch und global.

Neue Männer braucht die Welt!